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Die LINIE WEST verbindet als Rundgang die

 

Galerie Michael Sturm (http://www.galerie-sturm.de/)

Strzelski Galerie (http://www.strzelski.de/)

Galerie Reinhard Hauff (http://www.reinhardhauff.de/)

Galerie von Braunbehrens (http://www.galerie-braunbehrens.de/)

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Galerie Thomas Fuchs (http://www.galeriefuchs.de/)

Künstlerhaus Stuttgart (http://kuenstlerhaus.de/)

Parrotta Contemporary Art (http://www.parrotta.de/)

Oberwelt e.V. (http://www.oberwelt.de/)

 

LINIE WEST (an allen Standorten):

17 – 21 Uhr

 

LINIE WEST NIGHT (an einem der Standorte):

21 – 23 Uhr

 

Für den Inhalt dieser Seite sind die Galerien und Institutionen der LINIE WEST verantwortlich.

 

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Stuttgart, 2011

 

 

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Galerie Michael Sturm
Christophstraße 6 70178 Stuttgart


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Gabriela Oberkofler + Daniel Sigloch, Ausstellungsansicht

Gabriela Oberkofler – Man Verkraftete Ihren Anblick Nicht
+
Daniel Sigloch – Controlled Demolition

19.11.2016-14.01.2017

Die Ausstellung ist Teil des Ausstellungsprojektes »Die Kunst zu Handeln« – Eine Zusammenarbeit zwischen dem Künstlerbund Baden-Württemberg und Galerien in Baden-Württemberg von September – Dezember 2016. Im Rahmen des Projektes ist auch ein gemeinsamer Katalog (Modo) entstanden. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Künstlerbunds.

 

»Man verkraftete den Anblick der Berge nicht. Heute benutzt man sie als Turngerät.« (Nina Bußmann)

Die Pflanzen- und Tierwelt bestimmen die Sujets in den detailreichen Zeichnungen der in Bozen, Italien geborenen Künstlerin Gabriela Oberkofler (*1975). Ob in ihren großformatigen Panoramen oder in kleinformatigen Studien – Oberkofler widmet ihre Arbeit dem ambivalenten Beziehungsgeflecht zwischen Mensch, Tier und Natur im Zeitalter des Anthropozän. Es sind Existenzen am Rande der Wahrnehmung, welchen wir durch die Augen der Künstlerin gewahr werden. Die Latschenkiefer, eine strauchförmige Baumart zum Beispiel, die sie in den Sarntaler Alpen entdeckte, interessiert die Künstlerin und motivierte Sie zu ihrem Panorama. In der Galerie wird es im Oberlichtraum auf einem Farbfeld im für ihre Installationen typischen Grünton präsentiert. Latschenkiefern wachsen an ungewöhnlichen Standorten an der Baumgrenze, also zwischen 1.800 und 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Aus ihrem Holz wird das begehrte Latschenkieferöl gewonnen, das in Medizin und Kosmetik Verwendung findet. »Alle seine Teile sind wertvoll«, verrät die Künstlerin im Interview. So ist es nur konsequent wenn sie in ihrer Arbeit – an der Grenze zwischen künstlerischer Zeichnung und naturwissenschaftlicher Studie – den Baum in seine Bestandteile zerlegt, wobei selbst die Eindrücke zu verschiedenen Jahreszeiten Berücksichtigung finden. Genaue Beobachtung verlangen den Betrachtenden auch ihre kleinteiligen Zeichnungen ab und schaffen so womöglich eine Sensibilität für genau jene Tier- und Pflanzenwelt, die wir zuweilen für Nutzungszwecke domestizieren, gar bedrohen und deren Anblick man nicht ohne weiteres verkraftet.

 

 

Gabriela Oberkofler, Latschenkiefer, 2016, Aquarell auf Papier, 114 x 280 cm.

 

Der Stuttgarter Daniel Sigloch (*1970, Stuttgart) zeigt uns in seinen neuen Arbeiten Wolkenberge, die sich vor unseren Augen auftürmen. Der Künstler, der seine Bilder mittlerweile fast ausschließlich am Computer entwickelt, hat für Controlled Demolition 1 und 2 mit den Videoaufnahmen von Sprengungen industrieller Bauten gearbeitet – Dokumente kontrollierter Zerstörung also. Durch sein spezielles Verfahren, das man als digitale Collage bezeichnen könnte, entstehen sfumatoartige Landschaften, welche die Reduktion auf ein einziges Bild nicht mehr zulassen. Der Künstler und Theoretiker Victor Burgin hat für das Phänomen, dass man nach einem Kinofilm kein eindeutiges Bild, sondern vielmehr ein Kondensat einer Vielzahl von Bildern erinnert, den Begriff des »sequence-image« geprägt. Sigloch bietet uns in seinen Arbeiten ebensolche »sequence-images« an. Durch die Überlagerung unzähliger Bilder, entstehen Werke, die auf den ersten Blick wie romantische Landschaften wirken mögen. Erst beim Herantreten drängen sich verpixelte Stellen im Bild auf. Sie geben einen Hinweis auf die kontrollierte Zerstörung des Bildmaterials, die der Künstler wiederum am Bildschirm vorgenommen hat und die doch zu stimmigen Resultaten führt. Trotz hoch technisierter Arbeitsweise ermöglichen diese Landschaften kunsthistorische Anbindungen an malerische Positionen wie Turner oder Caspar David Friedrich. Kein Wunder also, dass Daniel Siglochs Arbeiten im musealen Kontext der Malerei zugeordnet werden. Wenn die Computer-Maus zum Pinsel wird, lassen sich auch Fragen über die Malerei im erweiterten Feld formulieren.

 

Daniel Sigloch, Wimsen VI, 2016 C-Print auf Forex, kaschiert 215 x 120 cm.

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.galerie-sturm.de.

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Galerie Reinhard Hauff
Paulinenstraße 47 70178 Stuttgart


+49 711 609770
galerie@reinhardhauff.de
http://reinhardhauff.de

Wolfgang Flad

 

give it away now

 

18.11.2016 – 27.01.2017

 

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Wolfgang Flad: Column (fade green), 2016, Holz, Pappmaché, Farben, Lack, Kupferoxid, ca. 206 x 65 x 43 cm.
Wolfgang Flad: Column (fade green), 2016, wood, papier mâché, paint, lacquer, copper oxide, ca. 206 x 65 x 43 cm.

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit give it away now, die dritte Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Wolfgang Flad ankündigen zu dürfen. Die dynamischen, meist auf dem Kontrast von geometrisch-exakten und organisch-naturhaften Formen aufgebauten Skulpturen des 1974 in Reutlingen geborenen Künstlers sind in zahlreichen Sammlungen wie etwa der des Kunstmuseum Stuttgart, des Kunsthaus Zürich und des Tampa Museum of Art vertreten. Flad installiert in den Galerieräumen seine raumgreifenden und zum Teil schwebenden Objekte, die aus der Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Modellen sowie seiner Faszination für utopische Visionen des Science Fiction resultieren. Ferner bereichert er seine fragil vernetzten Skulpturen mit dem organischen Formenvokabular seiner Holz- und Aluminiumreliefs, die einen Kontrast zu den schwebenden Reliefarbeiten im Raum darstellen. Denn die bemalten aus Holz und Pappmaché gefertigten Arbeiten, deren anfängliches starres Holzgerüst von ihm zu einer dynamisch wirkenden, skelettartigen Skulptur herausgearbeitet wird, bilden einen formalen wie materiellen Gegensatz zu den statisch an der Wand hängenden Reliefs. In seinen Holz- und Aluminiumreliefs zeigt sich sein präzises künstlerisches Können, indem er diese geschickt mit der Fräse oder mit Säure bearbeitet, um sie anschließend mit irisierenden Farbverläufen – sogenannten „fades“ – zu versehen. Die durch die Fräse entstandenen Strukturen legen die Schichtung des Holzes frei, die wiederum Assoziationen zu Wachstumsringen eines Baumes wecken. Ferner wirken sie wie ein dynamischer Pinselduktus, den der Künstler selbst „broom“ nennt. Flad überführt die formalen Gegensätze wie hell/dunkel, leicht/schwer oder fragil/stabil seiner Skulpturen zu einer spannungsreichen Installation.

Die im Raum verwachsenden und wuchernden Skulpturen erweisen sich als Leitmotiv im Œuvre von Wolfgang Flad. Sie vermitteln aufgrund ihrer Allansichtigkeit dem Betrachter beim Erkunden ihrer Ausmaße eine enorme Fragilität, die durch die leichte und schwerelos anmutende Installation noch intensiviert wird. Seine in den Raum mäandrierenden Gebilde aus Holz und Pappmaché legen Assoziationen zu Organischem, Naturhaftem und Anthropomorphem nahe, da sie wie knochenartige Glieder wirken, die den Anschein erwecken, als könnten sie aus einem naturhistorischen Museum stammen. Gleichzeitig muten sie wie festgefrorene Pinselschwünge eines Malers an, der diese mit leichter Hand freihändig in den Raum gesetzt hat.

Andererseits könnte im Bezug auf den Diskurs der Bionik, der Nutzbarmachung von möglichen Naturphänomenen in der Technik, die bereits als neuartige Trägerkonstruktionen in der Architektur und auch im Design ihren Niederschlag gefunden hat, die komplexen Skulpturen Wolfgang Flads sowohl als Umsetzung (bio)chemischer Modelle oder auch als Neuinterpretation verschiedener Formexperimente der 50er Jahre verstehen. Der Aspekt des Recycelns, der sich in der Verwendung des Konstruktionsholzes für das Gerüst seiner Skulpturen oder der Verwertung von alten Skizzen, Aufzeichnungen und zerkleinerten kunsttheoretischen Texten als Ausgangsmaterial für sein Pappmaché, mit dem er seine Gerüstkonstruktionen ummantelt, ausdrückt, steht für ihn dabei zeichenhaft für einen immerwährenden natürlichen Kreislauf. Referenzen zur Kunstgeschichte, etwa zu Brâncuşis endloser Säule, Giuseppe Penones Beschäftigung mit Holz oder John McCrackens minimalistischer Reduktion farbiger makellos glänzender Körper werden von Flad bewusst in seinen Werken herbeigeführt und mit Einflüssen aus dem Bereich des Designs, der Architektur und der Bionik verschmolzen.

Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich am Freitag, den 18. November 2016, zu Gin Tonic, großzügig gesponsert von Edelbrand Stauffenberg Dry Gin, ein.

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Galerie Reinhard Hauff is pleased to announce its third solo show with the Berlin artist Wolfgang Flad titled give it away now. The dynamic sculptures by the artist, born in Reutlingen in 1974, are composed by contrasting geometrically linear with organically undulating swirling elements in metal or wood. Works by the artist are included in numerous private and institutional collections, such as the Kunstmuseum Stuttgart, the Kunsthaus Zürich and the Tampa Museum of Art. In the gallery rooms, Flad’s floating and often amorphous, expanding objects reveal his extensive exploration of natural and scientific models and his fascination with utopian science fiction visions. Contrasting the fragile interconnected sculptural elements suspended from the ceilings, with the solid, organic form vocabulary of his wood and aluminium reliefs hanging on the walls, the artist creates an interesting dynamic of fixed and free floating elements in the room. The painted papier mâché and wood surfaces of his works have been carved out of raw, construction timber and transformed into dynamically floating nets of entwined bare bones skeleton sculptures, creating both formally and materially a contrast to the wall reliefs. Flad’s wood and aluminium reliefs show off his precise and superior artistic craftsmanship, in the way he very deftly incises drawings into the material, and treats the surfaces with acids or iridescent high gloss colours. The gestural abstract motives are carved through various layers of the panels, exposing the underlying structures of the wood, reminiscent of the annual rings formed inside tree trunks. Or reminiscent of the dynamic sweeps of a brush or broom stroke. In Flad’s sculptures, contrasting elements suchs as light/dark, light/heavy or fragile/solid are used to create constant visual tension between expansion and restraint within the installation.

Meandering biomorphic forms are a Leitmotiv in the Œuvre of Wolfgang Flad. In the exhibition the viewer immerses himself in the sculptural space, becomes part of the work and can from a non-fixed perspective follow the feather light and almost weightless suspension of sculptural elements unfolding in all directions. The wood and papier mâché structures could have come from displays and models in natural history museums, because their form language is one of natural organic and anthropomorphic curves. They look like remains of mysterious living organisms; at the same time they recall the frozen brushstrokes of a painter working with the lightest touch.

You can also understand the complex sculptures of Wolfgang Flad as the implementation of (bio) chemical models, alternatively as a reinterpretation of various natural phenomena form experiments from the 50s, which found their way into novel looks in architecture, design and technology. References to art history, for example Brancusi’s Endless Column, Giuseppe Penone’s exploration of wood as material, or John McCrackens minimalist reduction of highly reflective, impeccably shiny object surfaces are consciously fused with influences from design, architecture and bionics in Flad’s work. The practice of recycling, using construction timber for the scaffolding of his sculptures and shredded old sketches, notes and theoretic art history papers for the papier mâché pulps he wraps around his wooden skeletons, is for Flad representative of ongoing natural cycles of life.

To celebrate Wolfgang Flad and his show, the Galerie Reinhard Hauff invites you to join us on Friday November 18th from 7 to 10 pm for Gin & Tonic – generously offered by Edelbrand Stauffenberg Dry Gin.

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Für Bildmaterial und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie galerie@reinhardhauff.de, 0049 – 711 – 60 9770.

For images and further information please contact the gallery galerie@reinhardhauff.de, 0049 – 711 – 60 9770.

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Galerie Reinhard Hauff
Paulinenstr. 47
D – 70178 Stuttgart
Tel.: +49 – 711 – 609770
Fax: +49 – 711 – 6202667
galerie@reinhardhauff.de
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Öffnungszeiten der Galerie / Opening hours:
Di – Fr: 13 – 18 Uhr sowie nach Vereinbarung / Tue – Fr: 1 – 6 pm and by appointment.
24.12.2016 – 08.01.2017 bleibt die Galerie geschlossen / 24.12.2016 – 08.01.2017 the gallery is closed.

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Stephen Willats

 

CONVERSATIONS WITH BUILDINGS

 

21.06. – 16.09.2016

 

Stephen Willats: Buildings and Vases. Still Life No. 1, 2015, 37,5 x 56 cm, photographic prints with pencil, on paper.
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1995 bestritt Stephen Willats die Gründungsausstellung der Galerie Reinhard Hauff. Seither hat die Galerie den Londoner Künstler und seine Arbeit kontinuierlich begleitet. Die Ausstellung CONVERSATIONS WITH BUILDINGS ist bereits die sechste Einzelausstellung von Stephen Willats in den Räumen der Galerie Reinhard Hauff.Stephen Willats (*1943) gehört zu den Pionieren der Kontextkunst. In Abgrenzung zu einer überwiegend selbstreferenziellen Kunst verortete er von Anfang an seine künstlerische Arbeit in einem sozialen Umfeld. „By 1965 I had begun to map out what was then a completely new physical and social territory for an artwork to operate within“, erinnert sich Willats. „This was very much in the spirit of opening up the demarcated boundaries between separated disciplines which typified thinking.“ Seine Kunst entstand in der Auseinandersetzung mit Menschen und deren Lebensentwürfen; in „Territorien“, die mehr mit dem Leben als mit der Kunst zu tun haben; und in Lebensräumen, deren Struktur und Architektur das soziale Gefüge maßgeblich prägen. Dem angesprochenen Geist, den man auch als Haltung bezeichnen könnte, ist er bis heute mit beeindruckender Konsequenz treu geblieben. Eine ausführliche Erklärung zu Willats’ Gedanken über seine Kunstpraxis befindet sich auf der Webseite des Künstlers http://stephenwillats.com/context/.In der Ausstellung CONVERSATIONS WITH BUILDINGS begibt sich Stephen Willats abermals in scheinbar kunstferne Territorien. Er sucht das Gespräch – diesmal mit Gebäuden. Aber genauso, wie die Kunst nicht ohne sozialen Kontext auskommt, stehen auch Willats’ Gebäude nicht allein. Sie sind eingebunden in Objekte, Zeichen und Piktogramme. Menschen versuchen sich in den Bildern einen Begriff davon zu machen. Pfeile verknüpfen Bilder zu scheinbaren Argumentationen oder Kausalketten. Stephen Willats versieht Gegenstände mit Farbcodes und Attributen. Er stellt Analogien her zwischen Buildings and Vases (2015), wo vordergründig keine sind. Und er kappt gedankliche Verbindungen, sobald wir uns zu sehr auf bekannten Mustern und Typologien auszuruhen drohen. Stattdessen gilt es, Gegensätze wahrzunehmen, auf sie aufmerksam zu machen und sie gelten zu lassen: Conscious Unconscious Continuous Discontinuous, so der Titel einer dreiteiligen Arbeit von 2013.Die frühesten Werke in der Ausstellung stammen aus dem Jahr 1982 und 1983: Die beiden Werke aus der Serie Tower Block Drawings sind collagierte Fotografien, die mit Farb- und Bleistiften bearbeitet wurden. Fotografien von Gegenständen kreisen um Wohnblocks, in denen der Treppenwitz der Moderne bitter nachklingt: „Neues Bauen für den neuen Menschen.“ Als ob man einen neuen Menschen genauso entwerfen könnte wie ein neues Gebäude. Für Willats ist klar: Unter diesen Prämissen avancierte die Architektur zum Diktat, der Stadtraum zum gebauten Ordnungshüter. Im Kontrast dazu entwirft der Künstler spielerische Anordnungen (Conceptual Tower Series, 2011), die jegliche Raster und Muster zugunsten von physischen und geistigen Freiräumen auflösen.Stephen Willats sieht sich als „Anstifter für Veränderung der sozialen Wahrnehmung und des Verhaltens“. Dass diese Veränderung kein statisches Gebilde ist, sondern ein dynamischer Prozess, wird in Willats’ Bildern deutlich. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Es gibt keine eindeutige Lesart. Die Pfeile weisen in unterschiedliche Richtungen. Dadurch gewährt er Interpretationsspielräume und lässt Bedeutungen offen, ohne sich jedoch in vagen Andeutungen zu verlieren. Dazu ist seine Beobachtung zu wach und sein Geist zu kritisch. Nach wie vor.

Zeitgleich zur Ausstellung von Stephen Willats in der Galerie Reinhard Hauff sind bis zum 21. August 2016 Arbeiten des Künstlers in der internationalen Gruppenausstellung „GOOD SPACE – politische, ästhetische und urbane Räume“ in der Villa Merkel Esslingen, die von Andreas Baur kuratiert wurde, zu sehen.

Text: Dr. Ralf Christofori

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The Galerie Reinhard Hauff was founded in 1995 and opened with a solo show by Stephen Willats. Since then, the gallery has continued to show the London artist. The exhibition CONVERSATIONS WITH BUILDINGS is now the 6th solo show by Stephen Willats in the gallery.

Stephen Willats (*1943) is one of the pioneers of Contextual art. Contrary to mostly self-referential art practices, Willats situates right from the very beginning his artistic work in a social environment. “By 1965 I had begun to map out what was then a completely new physical and social territory for an artwork to operate within” Stephen Willats remembers. “This was very much in the spirit of opening up the demarcated boundaries between separated disciplines which typified thinking.” His art originated in the confrontation between people and their lifestyles; in “territories”, which have more to do with real life than with art; and in habitats, whose structure and architecture shaped the social fabric decisively. Stephen Willats has remained remarkably consistent and true to this spirit, which can best be described as a personal philosophy, throughout his entire career. For an in-depth explanation of Willats’ thoughts on his art practice, we highly recommend that you visit the artist’s website http://stephenwillats.com/context/.

In the exhibition CONVERSATIONS WITH BUILDINGS Stephen Willats explores once again seemingly distant peripheries of typical art environments. The artist is out to engage in a conversation – this time with buildings. But just like art cannot dispense with social context, Willats’ buildings don’t stand alone. They are integrated into objects, signs and pictograms. Viewers attempt to deduct possible messages, to create order in what they see and construct their own meaning. Arrows connect images and seem to support lines of thought processes or chain reactions. Stephen Willats provides objects with colour codes and attributes. He establishes analogies between the forms of Buildings and Vases (2015), where there isn’t actually any – other than form. And he disrupts mental connections, as soon as we are tempted to fall back on known patterns of thought and typologies. Instead he prompts us to perceive opposite elements and lend them attention and weight: as in Conscious Unconscious Continuous Discontinuous – the title of a work in three parts from 2013.

The earliest works in the exhibition are from 1982 and 1983: Both works from the series Tower Block Drawings are photographic prints with ink, pencil and crayon on paper. Photographs of various objects swirl around apartment blocks, lending a touch of bitter reality to such social slogans as “new buildings for new people”. As if you could design modern man as rationally and easily as a new building. For Willats it’s clear: Under these premises, architecture was imposed as a canon, and urban living space was constructed to contain and frame order. In contrast, Willats designs playful arrangements (Conceptual Tower Series, 2011) which dissolve every linear grid and pattern in favour of a physical and spiritual spatial freedom.

Stephen Willats sees himself as “instigator of change in social consciousness and attitudes”. That such change cannot be any static fabric, but remains an on-going dynamic process, is clear in Willats’ pictures. They don’t have a beginning, and no end. There is no singular and definitive way of reading them. The arrows are pointing in various directions. Thereby Willats offers the viewer lots of room for interpretation and leaves meaning open, without ever loosing himself in vague or weak indications. His powers of observations are much too alert and his intellectual mind-set much too critical. Now as then.

Coinciding with the Stephen Willats show at the Galerie Reinhard Hauff, a large group of works by the artist are presented until 21th August 2016 in the international group show “GOOD SPACE – political, aesthetic and urban spaces” at the Villa Merkel, Esslingen, curated by Andreas Baur.

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie. / For further information please contact the gallery.
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Galerie Reinhard Hauff
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Öffnungszeiten der Galerie / Opening hours:
Di – Fr: 13 – 18 Uhr sowie nach Vereinbarung / Tue – Fr: 1 – 6 pm and by appointment.

Im August bleibt die Galerie geschlossen. / The gallery is closed in August.

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Frank Ahlgrimm

 

TRUST ME

 

08.04. – 20.05.2016