Agata Madejska

Agata Madejska, aus der Serie The Order of Solids

AGATA MADEJSKA

8.2.2013 – 14.3.2013
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

Agata Madejska (geb. 1979 in Warschau, lebt und arbeitet in London und Essen) findet ihre oftmals erst auf den zweiten Blick erkennbaren Bildmotive im urbanen Raum. In ihren Bildern löst sie prägnante architektonische Strukturen wie Monumente, Wolkenkratzer oder Stadtmobiliar aus dem sie umgebenden Stadtraum. Madejska überführt sie unter der Hervorhebung der grundlegenden Prinzipien des fotografischen Mediums wie denen des Lichts, der Kontraste, der Komposition und der Entfremdung in eine neue Bildwirklichkeit. Sowohl historisch stark aufgeladene Objekte, wie zum Beispiel das Denkmal der Aufständischen des Warschauer Ghettos, als auch temporäre Installationen, etwa der Sky Mirror von Anish Kapoor in London, werden in ihren Fotografien gleichermaßen zu abstrakten Zeichen, die den Bildraum dominieren. In ihrer manifesten, geradezu theatralischen Anwesenheit sind die Dinge jedoch umso mehr abwesend. Madejskas Fotografien lassen sie erscheinen als das, was sie sind: prekäre Projektionsflächen einer sich immer wieder selbst vergewissernden Kultur.

Ende April 2013 erscheint im Verlag DISTANZ eine Monographie zu den drei großen Werkzyklen der vergangenen sieben Jahre. Mit einem Text von Kathrin Meyer und Prosastücken von Gareth Bell-Jones.

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Gerhard Richter, Düsseldorf 1986

Timm Rautert

Gerhard Richter im Atelier

26.10.2012 – 19.1.2013
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

Der Mensch und seine Arbeitswelt stellt ein zentrales, Thema Timm Rauterts dar, das sich wie ein roter Faden durch sein fotografisches Werk zieht. Dabei zeigt Rautert nicht nur “Deutsche in Uniform, 1974″ oder “Deutsche Börse Frankfurt/Main, 2000″, sondern seit Ende der 60er Jahre auch die eigene Zunft der Künstler in ihrem Atelier – darunter u.a. Franz Erhard Walther, Andy Warhol, James Turrell, Robert Rayman, Ed Ruscha, Walter de Maria, Gerhard Richter und Neo Rauch. Aus dieser sich fortsetzende Reihe zeigt eine Ausstellung in der Galerie Parrotta die Portraitserie zu Gerhard Richter in seinem Atelier. Zum einen 1986, in Düsseldort bei der Arbeit an seinen größten Gemälden, Victoria I und II, zum anderen 1988, in seinem Kölner Atelier, bei der Arbeit an seiner berühmten Serie „Baader-Meinhof“.

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Polyesterharz, 55 x 55 x 55 cm

Gregor Gaida

Greater rooms of truth

22.6.2012 – 4.8.2012
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

In seiner neuen Werkgruppe überführt der Bildhauer Gregor Gaida organische Körper und Körperteile in polygonale Grundkörper. Oftmals sind es Ausschnitte eines Tierkörpers, dessen Form er vervielfältigt und um eine Achse oder einen Punkt rotieren lässt. Dabei entsteht eine neue geschlossene Form, die geradezu kristalline Strukturen aufweist. Durch die Wiederholung des Fragments, einer Grundbedingung des Ornaments, verbindet Gaida das Figurative mit dem Abstrakten. Der ehemals vertraute Körper wird so zum mehrdeutigen Gegenstand ästhetischer Reflexion, zum zugleich anziehenden und abstoßenden Kuriosum, das einst seinen Platz in Kunst- und Wunderkammern fand.

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Zeichnung auf Papier, 42 x 29,7 cm

 

Tim Stapel

Cut and Go

22.6.2012 – 4.8.2012
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

Tim Stapels neue Arbeiten basieren auf seiner Bodeninstallation “Parcours”, die derzeit in der Ausstellung “Rasterfahndung” im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen ist . In dieser hat er den gerasterten Grundriss einer gesamten Museumsebene in den ihm zur Verfügung gestellten Raum gefaltet. Die dabei entstandenen Überlagerungen der Flächen bilden eine Vielzahl von Quadratvariationen ab. In der Galerie Parrotta kehrt Stapel den Prozess des Faltens um, indem er die entstandenen Quadratfragmente in ihr ursprüngliches Ordnungssystem, ins Raster zurückführt. Den Arbeiten in den Galerieräumen bleibt ihre Herkunft jedoch eingeschrieben, sie übertragen Informationen von einem Raum auf den anderen.

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Acryl auf Nessel, 180 x 180 cm

Simone Westerwinter

Lucky stars! Growing influence and more independence.

22.6.2012 – 4.8.2012
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

Der zufällige Fund ihres Ausstellungstitels in einem chinesischen Glückskeks ist sinnstiftend für die aktuellen Arbeiten von Simone Westerwinter. In Erweiterung grundlegender Errungenschaften der klassischen Moderne widmete sie sich konsequent den künstlerischen Themen von Struktur, Raster und Ornament. In ihren neuen Arbeiten kehrt Westerwinter ihr bisheriges künstlerisches Verfahren um. Sie lehnt die Leinwand steil an die Wand, bewirft diese mit Farbe, die dann der Schwerkraft folgend, über die Fläche hinabrinnt. Dabei dreht sie das sich entwickelnde Gemälde abwechselnd von der einen auf die andere Seite. Der gestische Selbstausdruck wird somit wieder in ein allgegenwärtiges Raster überführt. Gegenübergestellt werden aktuelle Arbeiten aus der Serie “JA/NEIN” die sprachliche Raster zum Hintergrund haben.

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Benjamin Badock

SAYES

Eröffnungsrede: Daniel J. Schreiber, Kunsthalle Tübingen, 15. Mai 2012, 19.30 Uhr

Künstlergespräch: Daniel J. Schreiber, Kunsthalle Tübingen, 2. Juni 2012, 19.30 Uhr

15.5.2012 – 16.6.2012
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

Benjamin Badock verleiht mit seinen farbprächtigen Drucken dem traditionsbehafteten Medium des Holzschnittes neuen Glanz.

“Wohl eingeführt ist Benjamin Badocks Werkgruppe der “Plattenbauten”. Wie ihre Namenspatrone gehen Benjamin Badocks gedruckte “Plattenbauten” auf die Idee des modularen Bauens und der Kombinatorik zurück. Das gerade macht sie mit Blick auf die Kunstgeschichte und Gegenwart des betagten Mediums Holzschnitt aufregend. Sie sind eine Bilderfindung, die sich in ihrer Machart und Motivik mit ein und demselben Begriff fassen lässt: Die Blätter zeigen Plattenbauten und sie sind Plattenbauten als Ergebnis immer wieder neu kombinierter Plattenmodule. Damit entkommen sie einem seriellen Prozess und sind zugleich jeweils im Handabrieb hervorgebrachte Unikate.” sagt Annett Reckert, Leiterin der Städtischen Galerie Delmenhorst. In seiner aktuellen Ausstellung unter dem Titel “SAYES” überblendet der Leipziger Künstler seine modulare Serie der “Plattenbauten” – Relikte einer verblassenden Utopie des Ostens – mit jetztzeitigen Satz- und Sinnmodulen. Das anagrammatische SAYES spielt mit Worthülsen einer sinnentleerten Ideologie des positiven Denkens. Doch Badocks Sache ist es nicht umständlich auf einen tieferen Sinn hinzudeuten. Vielmehr weist er, im besten Sinne der Pop Art, auf die Doppeldeutigkeit der Oberfläche hin – denn die Fassade ist sprechend genug. So raunt das SAYES auch ein “Sag ES” und dieses Raunen weist ganz pauschal und lapidar auf all das, was ein allzu optimistisches “Say yes” unterdrückt. ”Benjamin Badocks Arbeiten sind plakativ im besten Sinne und dabei rätselhaft in ihrem Grenzgang zur Abstraktion, es sind druckgrafische Arbeiten voller malerischer Qualität”.

Benjamin Badock, geboren 1974 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), lebt und arbeitet in Leipzig. Anlässlich der Einzelausstellungen im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen und der Städtischen Galerie Delmenhorst ist jüngst der Katalog »Nachwachsende Zwischenräume« im Lubok Verlag erschienen. Aktuell sind seine Arbeiten in der Ausstellung »Lubok. Grafica contemporanea y libros de artistas de Leipzig« im Museo Nacional de la Estampa in Mexico City zu sehen.

Benjamin Badock illuminates the traditional medium of xylography with his colourful prints. ”Benjamin Badock’s “Plattenbauten” (“prefabricated cement-slab high-rises”) pieces need little introduction. Like the structures after which they are named, Benjamin Badock’s “Plattenbauten” prints are based on the idea of modular construction and combinatorics, which is precisely what makes them exciting in terms of art history and contemporary use of the traditional medium of wood engraving. They are an invented image whose workmanship and motifs can be encompassed as part of one and the same concept: The sheets depict Plattenbauten, and they are Plattenbauten as a result of slab components which have constantly been recombined, thereby avoiding serial processes and instead existing as unique, handmade copies.” sayes Annett Reckert, director of Städtische Galerie Delmenhorst. In his current exhibition titled “SAYES” the Leipzig-based artist cross-fades his modular series of “Plattenbauten” – relicts of a fading utopia of East Germany – with up to date modules of phrases and meanings. The anagrammatic SAYES plays with the boilerplates of an ideology of positive thinking that is emptied of meaning. But it is not Badock’s way to point out a deeper meaning in cumbersome detail. He rather – and in the best sense of Pop Art – puts the focus on the ambiguity of the surface as the facade basically says it all. Thus, the SAYES is also murmuring “Say IT” and this murmur points out – very much across-the-board and lapidary – everything suppressing a too optimistic “Say Yes”. ”Benjamin Badock’s works are striking in the best sense of the word, and simultaneously cryptic in the way in which they border on abstraction; they are prints full of delicate, artistic quality.”

 Benjamin Badock, born 1974 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), lives and works in Leipzig. In occasion of the solo exhibitions at Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen and Städtische Galerie Delmenhorst the catalogue »Nachwachsende Zwischenräume« has been recently published by Lubok. Currently his works are part of the exhibition »Lubok. Grafica contemporanea y libros de artistas de Leipzig« at the Museo Nacional de la Estampa in Mexico City. 

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Essence of culture communications

 

Susanne M. Winterling

Vertigo

AYE dunkelblau

Andrea Büttner, Sara Christensen und True Solvang Vevatne, Jörg Hiller, Fox Hysen, Ole Martin Lund Bø, Michaela Melián, Dag Nordbrenden, Jonas Lipps, Solveig Lønseth, Paul P., Declan Rooney, Michael E. Smith, Megan Francis Sullivan and Philip Wiegard. Eingeladen von Susanne M. Winterling.

29.3.2012 – 5.5.2012
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

AYE dunkelblau titelt Susanne M. Winterling ihre Gruppenausstellung bei Parrotta, die sie parallel zu ihrer Einzelausstellung Vertigo zeigt. Sie bezieht sich dabei auf Derek Jarmans letzten Film „Blue“. Dieser zeigt kein einziges Bild, sondern lässt vom ersten reinen Glockenklang an, ein ebenso reines Blau über die Leinwand flackern, das von einer ruhigen Stimme untermalt, vom Erblinden, vom Abschiednehmen, und vom Entschwinden erzählt. „Blue“ gilt als Testament des erblindeten Regisseurs, der kurz nach der Erstaufführung seines Filmes stirbt. Ein poetischer Film, der allein auf Licht, Klang und Sprache reduziert, die Dunkelheit umreißt. In ihrer eigenen Arbeit zu diesem Thema zeigt Susanne M. Winterling einen 16 mm Film, in dem aus einem Flakon Parfum zerstäubt wird. Eine präzise künstlerische Geste, welche Möglichkeiten und Grenzen des Films aufscheinen lässt. Das Glitzern des Parfümduftes in der Luft wird ein feinstoffliches Bild für eine Dimension, die der Film zu umkreisen, aber letztlich nicht einzufangen vermag – den Duft. So wie das Blau ein sichtbares Zeichen für die Dunkelheit ist, die auf den Tod, als das Absolute und Unfassbare verweist, so ließe sich der fallende Parfumnebel als Inbegriff des Vergänglichen verstehen, das auf dem Filmstreifen eine Lichtspur als Abglanz hinterlässt. Diese poetische, oder sollte man vielleicht sagen religiöse Dimension, teilt auch Andrea Büttner in ihrem großformatigen schlichten Holzschnitt mit dem Satz „Yes, I believe every word you say“ neben einem gepressten Blumenstrauß in einem Klemmrahmen. Hinter dieser Rhetorik des Bekenntnisses wähnt man eine Frauenstimme – irrational – zerbrechlich – hysterisch vielleicht? Die Hysterie galt lange als ein „weibliches“ Krankheitsbild zu dem der Schwindel als Symptom gehört – Vertigo. Unter Vertigo im medizinischen Sinne versteht man das subjektive Empfinden eines Drehgefühls oder Schwankens, sowie das Gefühl drohender Bewusstlosigkeit. Um das Schwindelgefühl optisch umzusetzen, setzte Hitchcock in seinem gleichnamigen Film erstmals den sogenannten Vertigo-Effekt ein. Hierbei fährt die Kamera auf das Objekt zu, während gleichzeitig rückwärts bis hin zu einer Weitwinkel- Einstellung gezoomt wird, ohne dass der Bildausschnitt geändert wird. Infolgedessen scheint sich die Bildmitte vom Zuschauer wegzubewegen, während der Randbereich des Bildes der gleiche bleibt, wodurch die optische Illusion des Schwindels erzeugt wird. Beide Ausstellungen, AYE dunkelblau und Vertigo, spielen also gleichermaßen mit der technischen Simulation des Verschwindens der Sinne, des Körpers oder des Bewusstseins.

AYE dark blue is how Susanne M. Winterling entitled her group exhibition at Parrotta which is presented alongside her solo exhibition Vertigo. The title and thus the exhibition refer to Derek Jarman’s last film “Blue”. Not a single image can be seen in this film from the first pure sound of bells onwards – only the flicker of an equally pure blue across the screen accompanied by a serene voice telling stories of going blind, saying goodbye and disappearing. “Blue” can be seen as the amaurotic director’s testament, who died shortly after the films premiere. It’s a poetic film reduced to light, sound and language outlining the darkness. In her work on the subject, Susanne M. Winterling shows a 16mm film in which perfume is sprayed out of a vial. It’s a precise artistic gesture reflecting the possibilities and limits of the film. The glitter of the perfume’s scent in the air becomes an ethereal image for a dimension the film might be able to circle around yet is not able to capture: the scent. Just like the blue is a visible sign for darkness – referring to death as something absolute and unfathomable – the descending fog of the perfume can be regarded as an epitome of transience leaving a trace of light on the film strip as reflection. Andrea Büttner shares this poetic, or should one maybe rather say religious dimension in her large-sized plain xylograph with the phrase “Yes, I believe every word you say” next to a pressed bouquet in a clip frame. One can imagine a women’s voice behind the rhetoric of this statement – irrational – fragile – possibly hysterical? Hysteria has been classified as a “female” disease pattern, accompanied by the symptom of dizziness – vertigo. Vertigo in the medical sense means the subjective sensation of spinning or unsteadiness and the feeling of an impending loss of consciousness. To transfer the feeling of dizziness visually, Hitchcock used the so-called vertigo effect for the first time in his eponymous film. Here, the camera moves towards an object while at the same time zooming backwards to a wide-angle setting without changing the image section. Thus the picture’s centre appears to move away from the viewer while the picture’s frame remains the same creating the optical illusion of dizziness. In this way both exhibitions, AYE dark blue and Vertigo, are equally playing with a technical simulation of the disappearance of the senses, the body or the consciousness.

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New York City – Ghosts and Flowers

Edgar Leciejewski

The American Series I-XII

Oskar Schmidt

2.2.2012 – 10.03.2012
Di – Fr 11-18 Uhr,  Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

Edgar Leciejewski (*1977) behandelt in seinen neuesten Fotoarbeiten ein ebenso populäres wie vielfach kritisiertes Internetmedium. Mit “New York City – Ghosts and Flowers” zeigt er eine Serie monumentaler Fotografien, deren geisterhaft abgebildete Akteure dem Betrachter mit Handlungen aus ihrem großstädtischen Alltag begegnen. Die portraitartigen Darstellungen lassen die Abgebildeten von namenlosen Passanten innerhalb des Mediums zu Prototypen der New Yorker Gesellschaft werden. Die erste Präsentation der Serie in Berlin erfuhr eine große mediale Aufmerksamkeit. Seine Werke wurden 2011 bei einer Einzelausstellung im Stadtmuseum München und zahlreichen Gruppenausstellungen wie in der Kunsthalle Wien oder Witte de With – Center for Contemporary Art Rotterdam gezeigt. Zeitgleich zu der Ausstellung in der Galerie Parrotta sind weitere Arbeiten aus der Serie „Ghost and Flowers“ im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen. Besprochen wurden seine Werke u.a. in einem bei ARTE ausgestrahlten Künstlerporträt sowie in den Publikationen „Himmel ohne Wolken“ (2011) und „NYC – Ghosts and Flowers“ (2011).

 In his latest photograpic works, Edgar Leciejewski (*1977) explores both a popular and in many cases critisised Internet medium. With “New York City – Ghosts and Flowers”, he presents a series of monumental photografies, whose ghostly depicted protagonists meet the viewer in their urban everyday life actions. The portrait-like depictions turn these nameless pedestrians within the medium into prototypes of the New York society. The first presentation of the series was met with great attention by the media. Leciejewski’s works were presented in a solo exhibition at the Stadtmuseum Munich, Germany, in 2011 as well as in numerous group exhibitions, among others at Kunsthalle Wien, Austria, or Witte de With – Center for Contemporary Art in Rotterdam, Netherlands. Along with the exhibition at Galerie Parrotta, further works from the series „Ghost and Flowers“ are displayed at the NRW-Forum Düsseldorf. Reviews of his works were featured in an artist portrait on ARTE and the publications „Himmel ohne Wolken“ (2011) und „NYC – Ghosts and Flowers“ (2011).

Fotografien zu betrachten heißt, sich in einem Bild Vergangenes zu vergegenwärtigen. Mit seinen neuen Arbeiten führt der Künstler Oskar Schmidt uns vor Augen, dass eine solche Form der sehenden Erinnerung nicht zuletzt die Geschichte der Fotografie selbst betrifft. Die überaus prägnante, auf ein nüchternes Schwarz-Weiß reduzierte Bildsprache, die Schmidts „American Series“ im Ganzen prägt, meinen wir bereits zu kennen. Tatsächlich aber hat keines dieser Bilder bis vor Kurzem existiert. Doch nehmen sie alle Bezug auf jene Fotografien, die der Amerikaner Walker Evans zur Zeit der Großen Depression in Alabama aufnahm. Schmidt greift diese legendäre fotografische Serie aus dem Jahr 1936 auf und verdichtet sie zu eindringlichen Stillleben, die ganz aus der Zeit gefallen scheinen. Es ist ein irritierender Eindruck von Zeitlosigkeit, der uns in diesen Tableaus begegnet. Text: Prof. Dr. Steffen Siegel. Oskar Schmidts Arbeiten wurden zuletzt im Museum der bildenden Künste in Leipzig (2011), der Art Collection der Deutschen Börse in Frankfurt (2010) sowie bei C/O Berlin (2009) gezeigt und sind aktuell in der Zabludowicz Collection in New York zu sehen.

Looking at photographs means bringing the past to mind in the form of an image. With his new works, the artist Oskar Schmidt shows that this form of visual recollection indeed also concerns the history of photography itself. Schmidt’s entire “American Series” is informed by an exceedingly concise and sober pictorial language – one which is reduced to black and white and which we somehow think we have already seen before. In actual fact, however, not one of these images existed until recently. Yet they all refer to photographs taken by the American Walker Evans during the Great Depression in Alabama. Schmidt picks up this legendary photographic series from 1936, intensifying it into stunning still lifes which seem to stem from that time. It is a jarring impression of timelessness that we confront in these tableaux. Text: Professor Steffen Siegel. Oskar Schmidt’s works were presented at the Leipzig Museum of Fine Arts (2011), Germany, Art Collection der Deutschen Börse in Frankfurt (2010), Germany and at C/O Berlin (2009) and are currently displayed at the Zabludowicz Collection in New York.

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Übernahme

Stefan Guggisberg

18.11.2011 – 28.01.2012
Di – Fr 11-18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr, u.n.V.

 Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr (1929 in Stuttgart geboren) hat sich mit den vielfältigen Versuchen der Wissenschaften beschäftigt, sich durch Forschungsfragen und deren Ergebnisse der Wirklichkeit zu nähern, um dann zu finden, daß dies nur in Form von Gleichnissen möglich ist. Dürr kommt am Ende seiner eigenen intensiven Tätigkeit als Naturwissenschaftler, zu dem Schluß, daß „die Grundwirklichkeit mehr Ähnlichkeit mit dem unfaßbaren, lebendigen Geist [hat] als mit der uns geläufigen greifbaren stofflichen Materie“.

Sein Hinausdenken über Versuchsreihen und Nachweisbarkeiten hin zu dem Nichtgreifbaren des Geistes findet im Werk Stefan Guggisbergs eine bildliche Entsprechung. Guggisbergs Motive entziehen sich einer räumlichen und zeitlichen Bestimmbarkeit und führen den Betrachter in einen visuellen Bereich, in dem die definierbaren und bekannten Formen sich aufgelöst haben, um eine neue, innere Ordnung anzunehmen. Damit schafft Stefan Guggisberg eine Wirklichkeit auf dem Papier, die durch die allmähliche Auflösung der Figur und die dabei entwickelten Farbräume und Farbwellen eine Gültigkeit gewinnt, die gerade für das Geistige ein Resonanzfeld eröffnet. Guggisberg selbst spricht von einem in sich geschlossenen Bildkosmos, der durch das „Dirigieren“ von Kräften und von Bewegungen entstehe. Dieses „Dirigieren“ meint die sehr besondere Genese der Werke, der die Prozeßhaftigkeit in mehrerer Hinsicht immanent ist: er überzieht das Blatt Papier mit Ölfarbe und läßt das eigentliche Bildmotiv durch das Wegradieren der zuvor aufgetragenen Farbe entstehen. Ein entfernendes Element zeichnet – und mal stärkere, mal zartere Flächen bleiben zurück. Von einer aufgetragenen Oberfläche dringt Guggisberg so zu einem Untergrund vor, der auch inhaltlich als solcher zu verstehen ist: die Abtragung des Äußeren legt Inneres frei. Diesem Arbeitsprozeß liegt, laut Stefan Guggisberg, keine motivische Konzeption, sondern eine Ahnung zugrunde. So wie die Hand des Zeichners Transmitter einer inneren Bewegung ist, ist der Körper des Betrachters Empfänger einer von Farb- und Zeichenstruktur übermittelten Schwingung. Beim Ansehen dieser Bilder, insbesondere der großen Papiere, wird der Betrachter beinahe körperlich in Bewegung versetzt. Der Blick verliert sich in den oszillierenden monochromen und vielfarbigen Zeichenebenen. Nach Motivbedeutung muß dabei nicht gefahndet werden. Vielmehr ist die Erfahrung eines nicht vorhandenen Endpunktes, dadurch von größter Offenheit und Weite möglich. Stefan Guggisbergs Bilder fordern zum gedanklichen Eintritt auf. Geht der Betrachter diesen visuellen Weg, ist die Ahnung einer anderen, neuen Klarheit möglich. Text: Elisa Tamaschke.

Abbildung: Stefan Guggisberg »ohne Titel (Übernahme)« 2010, Öl auf Papier, 215 x 170 cm

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TOURNÉ,
TOURNÉ,
TOURNÉ,
TOURNÉ
(LOOK, WHAT
THEY’VE DONE TO MY
SONG, MA)

Thomas Janitzky, Inga Kerber, Jochen Plogsties und Anna Sartorius

07.11.2011 – 28.01.2012

Eröffnung:
Dienstag, 6.12 2011, 17 – 21 Uhr, mit einer Performance von Thomas Janitzky um 19 Uhr

»Das Potenzial der Wiederholung liegt für uns auch darin, dass sie immer verfehlt ist. Damit eröffnet sie den Weg zu etwas Neuem.« Aus dem Interview Anna Sartorius/Prinz Gholam vom 20.11.2009

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 11 – 18 Uhr, Samstag 11 – 16 Uhr u. n. V.

www.korridor.eu

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